| Tibetisches Mantraheilen - Geschichte |
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| Eine kurze Geschichte des Mantraheilens und der Medizin in Tibet Bis zum 7. Jh. nach Christus war jenes Gebiet, das heute als Tibet bekannt ist, in sieben verschiedene Stammesgebiete unterteilt. König Songtsen Gampo (Srong bTsan sGam po, 617-650 n. Chr.) vereinte durch Heirat mit Prinzessinnen aus jedem dieser Stämme Tibet zu einem einheitlichen Land. Außerdem heiratete er Prinzessinnen aus dem chinesischen und indischen Königshaus. Nachdem König Songtsen Gampo Tibet geeint hatte, bemühte er sich um die Entwicklung der Astrologie und Medizin. Zu diesem Zweck förderte er den kulturellen Austausch mit den Nachbarländern, indem er Ärzte aus Indien, China und Persien einlud. Jeder dieser Ärzte verfasste eine Abhandlung, in der das medizinische Wissen seines Heimatlandes zusammengefasst war. Diese wurden dem König in Form des siebenbändigen Werkes „Mijig Tsoncha" („Furchtlose Waffe") überreicht. Auch das bekannte Mantra des Großen Mitgefühls OM MANI PADME HUM wurde von König Songtsen Gampo in Tibet eingeführt und verbreitet. König Trisong Detsen (Khri Srong lDe bTsan, 718-785) lud mehrere berühmte Ärzte zum ersten mehrtägigen Medizinkongress der Geschichte nach Samye ein. Es trafen sich dort angesehene Ärzte aus Indien, China, Persien, Ost-Turkestan und Nepal. Nicht nur, dass er die Entwicklung der tibetischen Medizin förderte, sondern auch hat Trisong Detsen den berühmten indischen Siddhacharya Padmasambhava nach Tibet eingeladen. Guru Padmasambhava führte den Vajrayana-Buddhismus in Tibet ein. Vajrayana ist auch unter dem Namen Mantrayana bekannt. Mantrayana beinhaltet die hochentwickeltsten esoterischen Sichtweisen, sowie die ausgefeiltesten und tiefgründigsten Mantrapraktiken innerhalb des tibetischen Buddhismus. In Tibet werden die buddhistischen Übertragungslinien in zwei Gruppen unterteilt: zum einen die monastische Tradition - die Praktizierenden zeichnen sich durch rote Roben und geschorenes Haar aus. Zum anderen gibt es die Laienpraktizierenden, welche traditionellerweise weiße Roben und langes Haar tragen. Diese Laienpraktizierenden bezeichnet man als Ngakpas. Vajrayana wird insbesondere von Ngakpas praktiziert. Yuthok Yonten Gonpo der Ältere (708-833) ist als Vater der tibetischen Medizin bekannt. Er wurde in eine Ärztefamilie hineingeboren und begann in jungen Jahren Medizin auszuüben, da er medizinische Belehrungen und Übertragungen von seinem Vater erhalten hatte. Im Alter von 10 Jahren entschied er eine Debatte mit zahlreichen angesehenen Ärzten für sich und wurde daraufhin der einflussreichste Arzt in Tibet. Zusammen mit seinem Vater bereiste er ausgiebig Tibet, China und Indien. Dabei studierte er Ayurveda und Buddhismus und sammelte viele Texte, die er mit nach Tibet nahm. Aufgrund seiner Studien und Forschungsarbeiten verfasste er das „rGyud bZhi" (Die Vier Medizintantras). Dieser berühmte Text wird als das wichtigste Werk über traditionelle tibetische Medizin angesehen, das je geschrieben wurde. Es bildet bis zum heutigen Tag die Grundlage der tibetischen medizinischen Wissenschaft und Praxis. Im Jahre 763 gründete Yuthok Yonten Gonpo der Ältere das Manlung Tanadug, Tibets erstes medizinisches Institut. Unter seiner Leitung schlossen 300 Ärzte das Studium ab. Mit diesen Absolventen baute er in ganz Tibet ein Ärztenetz auf, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, sowie die Wissenschaft der tibetischen Medizin zu fördern und zu verbreiten. Er wurde der Leibarzt des tibetischen Königs Me Agtsom, sowie auch später des Königs Trisong Detsen. Da er sein ganzes Leben der Entwicklung der tibetischen Medizin gewidmet hat, wird er als Emanation des Medizinbuddha angesehen, so dass viele tibetische Ärzte in ihrer Meditationspraxis zu ihm Zuflucht nehmen. Yuthok Yonten Gonpo der Jüngere (1126-1202) wurde in der 13. Generation der Yuthok-Familienlinie geboren und wird als die Reinkarnation seines Namensvetters Yuthok Yonten Gonpo des Älteren angesehen. Er begann im Alter von 8 Jahren Medizin zu studieren und erhielt als 10 jähriger die gesamten Lehren des rGyud bZhi. Yuthok bereiste mehrfach zu Forschungs- und Studienzwecken Indien. Anschließend überarbeitete er die Vier Tantras komplett. Diese revidierte Version der Vier Tantras ist bis zum heutigen Tage in unveränderter Form in Gebrauch. Zusammen mit seinen Studenten verfasste Yuthok eine Reihe verschiedener klinischer Arbeiten, welche in dem Lehrwerk „Cha Lag bCo brGyad" („Die 18 Zweige der tibetischen Medizin") zusammengefasst wurden. Zusätzlich zu den Erfordernissen der klinischen Praxis hob er die Wichtigkeit spiritueller Praxis hervor. Den Kern seines Werkes bildet der Text „Yuthok Nyingthig", welches die Lehren enthält, auf welchen seine Traditionslinie gegründet ist und zwar die Einheit von klinischer Arbeit und spiritueller Praxis. In diesem Text gibt er detaillierte Anweisungen zu Yoga-, Mantra- und Meditiationspraxis und erklärt, wie diese in die klinische Arbeit zu integrieren sind. Yuthok besteht darauf, dass jemand, um ein effizienter Arzt zu sein, erst an sich selber arbeiten muss, um dann, wenn er seinen Körper und Geist kennt, mit anderen Menschen arbeiten zu können. Yuthok selbst war ein hochverwirklichter spiritueller Praktizierender, der beim Verlassen der weltlichen Existenz den Regenbogenkörper manifestierte. | |
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