TTM Traditionelle Tibetische Medizin
Tibetisches Mantraheilen  - Willkommen
WillkommenGeschichte
Übertragungslinie
MH & rGyud bZhi
Kursinformation





                                                                                Info & Kontakt

Tibetisches Mantraheilen (TMH)

Die Verwendung der Mantras in der Heilkunst hat eine lange Geschichte. Die hierbei verwendeten Mantras entstammen der spirituellen tibetischen Medizintradition. Ihre Anwendung ist einfach, die Wirkung ist tief und sie stehen unmittelbar zur Verfügung. Jeder kann sie anwenden - unabhängig von Alter, Geschlecht, Volkszugehörigkeit oder spirituellem Hintergrund.

Dies ist die offizielle Webseite für tibetisches Mantraheilen, wie es von Dr. Nida Chenagtsang gelehrt und übermittelt wird. Diese Mantras wiederum wurden Dr. Nida als Teil einer langen schriftlichen und mündlichen Tradition übertragen. Sie stammen aus der Ngakpa-Tradition, in der Dr. Nida Linienhalter ist.

Wir möchten an dieser Stelle kurz erklären, wie Mantras zu Heilzwecken und zur Aufrechterhaltung der Gesundheit verwendet werden. Jeder Interessierte kann, nachdem er die Belehrung und Übertragung erhalten hat, die Mantras zur Heilung seiner selbst und anderer unmittelbar anwenden.

Alle Kurse werden von der International Academy for Traditional Tibetan Medicine (IATTM) in Zusammenarbeit mit dem Ngak Mang Institut organisiert.


Was ist Tibetisches Mantraheilen?

Tibetisches Mantraheilen ist eine machtvolle Heilkunst, deren Wurzeln weit zurückreichen und welche auf der Philosophie des Abhängigen Entstehens aller Phänomene (rTen Brel) aufbaut. Die Philosophie des Entstehens in Abhängigkeit beschreibt alle Phänomene im Universum in ihrer kausalen Beziehung zueinander: kein einziger Gegenstand, keine einzige Person und kein einziges Ereignis kann isoliert für sich existieren. Jede Handlung, jeder Gedanke und jedes Ereignis wirkt sich auf alle existierenden Phänomene aus. Durch größeres Gewahrsam hinsichtlich dieses Abhängigen Entstehens können wir Mitgestalter unserer eigenen Realität werden und auf wichtige Aspekte unseres Lebens Einfluss nehmen, wie z.B. auf unsere Gesundheit. Wir können diese Methoden weiterhin anwenden, um die Manifestationen energetischer Störungen zu heilen, wie z. B. Unfälle und Krankheiten.

Die moderne Physik bestätigt, was viele alte Kulturen schon immer wussten, dass Energie und Form sich aufeinander beziehen. Sie sind einfach verschiedene Manifestationen derselben universalen Konstituenten.

Die Traditionelle Tibetische Medizin beschreibt diese universalen Konstituenten oder Potentialitäten als Fünf Elemente. In ihrer subtilsten Form haben diese Fünf Elemente u. a. eine psycho-physische Funktion, welche die mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte unseres Seins energetisiert. Weiterhin formen sie in ihrem groben Aspekt die Basis unserer physischen Existenz. Um mit diesen subtilen Energien umzugehen, benutzt die TTM als einen Teil ihrer therapeutischen Herangehensweise die fünf Arten der Sinneswahrnehmung und ihre Objekte, die da wären: Form, Klang, Berührung, Geschmack und Geruch.

Mantraheilen konzentriert sich besonders auf den Klang als Medium der Heilung. Tibetisches Mantraheilen arbeitet mit alten und geheimen Mantras, in denen teilweise die Essenz des natürlichen Klanges verschlüsselt ist und benutzt oft Wörter aus dem Sanskrit und alten tibetischen Sprachen.


Was ist ein Mantra?

Mantra ist die reine essentielle Energie des Klanges. Klang hat in seiner reinsten und essentiellsten Manifestation unbegrenzte Potentialität. Deshalb ist das Rezitieren eines Mantras eine Art, sich mit spezifischen subtilen Energien in Verbindung zu setzen und diese zu verändern. Tibetisches Mantraheilen gebraucht diese Methode zur Heilung.

Mantra ist ein altes indisches Sanskritwort. Es bedeutet wörtlich „den Geist aus Leiden und Krankheit zu erretten". Das tibetische Wort für Mantra ist Ngak (tib. sNgags), und als Ngakpa bezeichnet man einen Mantraheiler sowie einen buddhistischen tantrischen Praktizierenden.

Wenn Menschen das Wort Mantra hören, denken sie oft an Buddhismus oder Hinduismus und assoziieren Mantra mit einer Art von Gebet. Dies ist so, weil diese Religionen die Energie von Mantras benutzen, um ein spirituelles Ziel zu erreichen. Es gibt noch eine andere Anwendung von Mantras, wenn auch diese weniger bekannt ist. Dies ist das Mantraheilen, der spezielle Gebrauch von Mantras zur Heilung von Krankheiten. Es gibt viele verschiedene Mantras für eine große Anzahl von physischen und mentalen Problemen.


Wie funktioniert Mantraheilen?

Die Heilwirkung von Mantras beruht auf der gegenseitigen Abhängigkeit der Phänomene.

In der Traditionellen Tibetischen Medizin zielt die Behandlung niemals auf einen einzigen Punkt, wie dies in der westlichen Medizin der Fall ist. Jedes Organ oder jeder Punkt des Körpers steht in Beziehung zu vielen anderen Punkten. Deshalb konzentriert sich die tibetische Medizin auf eine größere Anzahl von Gebieten: das Hauptproblem und damit in Beziehung stehende Punkte sowie auf ihre Beziehung untereinander.

In der tibetischen Medizin wird angenommen, dass, damit Krankheit entstehen kann, eine unterliegende subtile energetische Störung bestehen muss. Mantraheilen benutzt die Energie des Klanges, um diese unterliegende energetische Störung zu heilen. Somit wird die Ursache behandelt sowie damit in Beziehung stehende krankheitsfördernde Faktoren, anstatt einfach nur symptomatisch vorzugehen.


Wofür kann Mantraheilen eingesetzt werden?

Es gibt hunderte verschiedener Mantras zur Heilung. Einige Mantras beziehen sich auf spezielle Probleme wie:
Diarrhoe, Erbrechen, Verstopfung, virale und bakterielle Infektionen, Hautkrankheiten, Knochenbrüche, Blutungen sowie die Geburtsvorbereitung.

Es gibt auch Mantras, die sich auf Störungen bestimmter Organe beziehen, wie der soliden Organe Herz, Lunge, Leber, Milz, Nieren und der Hohlorgane Magen, Galle, Darm, Blase und auf Störungen der Sinnesorgane. Des weiteren gibt es Mantras, um Schmerzen zu lindern.

Es gibt weitere Mantras, um die drei Säfte (Wind, Galle, Schleim) auszubalancieren. In der tibetischen Medizin werden die drei Säfte als die vitalen Lebensenergien des Körpers angesehen. Krankheit manifestiert sich, wenn die drei Säfte im Ungleichgewicht sind.

Dann gibt es Mantras für „einhundert Krankheiten". Man sagt in der tibetischen Medizin, dass alle Krankheiten Variationen verschiedener grundlegender energetischer Störungen sind. Diese Mantras sind in der Lage, alle Arten von Störungen zu heilen. Sie sind sehr effektiv zur Behandlung von komplexen Krankheiten sowie zur Behandlung von Krankheiten unbekannter Genese.

Wichtige Beispiele dieses Mantratypus sind:

    - Dorje Gotrab - „Mantra der unzerstörbaren Rüstung"
    - Pawo Dru Nga - „Mantra der fünf Heldensilben"
    - Bat Shi Ma - „Mantra der vier destruktiven Mächte"


Was ist mit Übertragung von Mantras gemeint?

Wenn man ein Mantra bekommt, spricht man davon, eine Übertragung zu erhalten. Dies ist so, weil Mantras eigentlich eine Energie in Form von Klang sind. Wenn man dabei zuhört, wenn das Mantra rezitiert wird, erhält man die Fähigkeit, das Mantra selbst zu rezitieren, um die heilende Wirkung selbst zu erfahren oder auch andere zu heilen.

Mantras werden im Vajrayana traditionell vom Meister an den Schüler weitergegeben. Normalerweise ist die Übertragung in der tibetischen spirituellen Tradition eine dreifache Aktivität.
Der Meister gibt eine mündliche Erklärung, wie die Praxis durchzuführen ist - Khrid.
Der Meister rezitiert den Wurzeltext - rLung. Die Schüler erhalten die Übertragung durch das Zuhören, wobei durch den Klang eine spezielle Verbindung zwischen Meister und Schüler entsteht.
Der Meister führt das eigentliche Ritual der Ermächtigung durch - dBang. Er gibt dabei die Kraftübertragung und die Erlaubnis für die Praxis. In der Vajrayana-Tradition ist dies der wichtigste Teil der Übertragung.

In der Mantraheil-Tradition aber ist der Prozess der Übertragung einfacher und enthält nur einen der oben genannten Schritte. Wichtig für die Übertragung ist hier, dass der Schüler das laut vom Meister rezitierte Mantra hört. In diesem Prozess enthält die Klangvibration des Mantras die Heilkraft, nicht nur des Mantras selbst, sondern auch die gesammelte Weisheit und Heilkraft der gesamten Linie von Heilern, die dieses Mantra vorher gebraucht und übertragen haben.

Jemand, der diese Übertragung, bzw. energetische Verbindung nicht bekommen hat, kann die positiven Wirkungen des Mantragebrauches nicht erzeugen, auch wenn das Mantra viele Male rezitiert wird. Mantra ohne Übertragung zu benutzen hat entweder überhaupt keine Wirkung oder führt zu nachteiligen Effekten.

Die Wirkung vom Mantraheilen kann überraschend machtvoll, tiefgreifend und sehr viel weiterreichend sein als der Effekt von Pharmaka. Mantraheilen führt oft zu sehr schnellen Resultaten, was besonders bei pharmakologisch therapieresistenten Fällen evident ist.


Welches sind die Ursprünge des Mantraheilens?

Der Gebrauch von Mantras zu Heilzwecken wird seit Jahrtausenden ausgeübt. Die Ursprünge liegen im alten Tibet, der Mongolei und Indien.

Man nimmt an, dass das älteste Mantraheilwissen von der Bonpo-Tradition in Tibet gehalten wird. Bonpo bedeutet wörtlich „jemand, der Mantras rezitiert".Andere Heilmantras haben ihren Ursprung im Hinduismus und Buddhismus. Während spirituelle Mantras im Allgemeinen geheim sind, d.h., dass nur der Anhänger einer religiösen Tradition diese erhalten kann, haben Heilmantras im Allgemeinen keine solche Beschränkung. Jeder Interessierte kann die Übertragung von Heilmantras erhalten.

Die erste Erwähnung von Mantas zum medizinischen Gebrauch findet sich im berühmten Text „Bum Shi" („Viele mündliche medizinische Unterweisungen"). Der Autor dieses Textes war Chebu Trishe, der erste tibetische Arzt. Er war der Sohn von Shenrab Miwoche - des Gründers der reformierten Bon-Tradition, der vor circa 3900 Jahren gelebt hat. Auch Buddha Shakyamuni hat viele Heilmantras in einem Sutra, das unter dem Namen „Zhang Dus" (Mantrasammlung) bekannt ist, übertragen. Dies war vor 2500 Jahren.

Zusätzlich zu diesen berühmten historischen Persönlichkeiten gab es viele hochverwirklichte spirituelle Meister in Tibet, die ihre eigenen Heilmantras entdeckt haben. Die Tradition des „spontanen Entdeckens" von Mantras ist bekannt als gTerma („verborgener Schatz"). Sie entstand in Tibet sowohl in der Bonpo als auch in der buddhistischen Tradition vor mehr als tausend Jahren. Berühmte gTertons (Individuen, die solch einen „verborgenen Schatz" entdeckten), waren unter anderem Dranpa Namkha, Sangye Lingpa, Dorje Lingpa, Padma Lingpa, Mingyur Dorje und Dudjom Lingpa.


Wie werden Mantras zum Heilen angewendet?

Heilmantras können benutzt werden, um sich selbst und andere zu heilen. Traditionell gibt es sechs Hauptverwendungsarten für Heilmantras. Die angewendete Methode hängt von der Natur der Krankheit und der spezifischen Funktionsweise des Mantras ab. Im Allgemeinen wird eine bestimmte Anzahl von Mantras rezitiert, um dessen Kraft zu aktivieren. Dann wird der Atem, der das Medium der Stimme repräsentiert und deshalb die subtile Energie des Klanges trägt, benutzt, um das Heilmedium zu energetisieren. Dies wird auf folgende Arten gemacht:

    Ngak Chu „Mantrawasser" - Der Atem wird auf Wasser geblasen, welches dann eingenommen wird.

    Ngak Mar „Mantrabutter" - Der Atem wird auf Butter geblasen, welche entweder eingenommen oder auf die kranke Stelle     aufgetragen wird.

    Tsa Ngak „Mantrasalz" - Der Atem wird auf Salz geblasen, welches dann auf der kranken Stelle appliziert wird. In einigen
    Fällen kann das Salz erwärmt und dann angewendet werden.

    Ngak Phu „geblasenes Mantra" - Die Hände werden erst aneinander gerieben, um das Mantra darauf zu blasen und die
    dann auf die kranke Stelle aufzulegen.

    Chag Ngak „Metallmantra" - Heißes Metall wird benutzt, um die heilende Energie zu erzeugen.

    Ngak rDo „Mantrastein" - Der Atem wird auf warme Steine geblasen, die dann auf die kranke Stelle aufgelegt werden.

Heilmantras sind sehr vielseitig und können deshalb zusätzlich auf viele andere Weisen verwendet werden. Manchmal rezitiert der Praktizierende das Mantra nur für sich selbst oder er fordert den Patienten auf, dem Klang des rezitierten Mantras zu lauschen. Bestimmte Körperteile können energetisch aufgeladen werden, indem man das Mantra in einer bestimmten Farbe darauf zeichnet. Mantras können für die Herstellung von Amuletten verwendet werden, die zum Schutz vor Krankheit dienen. Bestimmte Mantras werden auf Reispapier geschrieben und eingenommen. Mit Mantras aufgeladenes Räucherwerk wird zur Heilung und Reinigung verbrannt. In Anlehnung an die Tradition werden tibetische Arzneien und Räucherwerk mit Mantras ermächtigt.


In welcher Beziehung steht Mantraheilen zur Tibetischen Medizin?

Hauptanliegen der Tibetischen Medizin, die eine natürliche Heilkunst darstellt, ist das Aufrechterhalten des Gleichgewichts der Drei Säfte (Wind, Galle und Schleim). Dies sind subtile Energien, die den Körper durchdringen und den physischen Körper aufrechterhalten. Körper und Geist sind gesund, wenn sich die Drei Säfte im Gleichgewicht befinden. Bei Ungleich-
gewicht entsteht Krankheit.

    Die Tibetische Medizin hat zwei Hauptziele:
    1. Krankheitsvorbeugung - durch eine gesunde Ernährung und angemessene Lebensweise.
    2. Behandlung von Krankheit - bei Vorliegen von Krankheit.

    In der Tibetischen Medizin gliedert sich die Behandlung im Allgemeinen in vier Kategorien:

    1. Therapeutische Diät
    2. Veränderung des Lebensstils
    3. Gebrauch von Arzneien
    4. Anwendung Äußerer Therapien

    In einigen Texten wird Mantraheilen als fünfte Kategorie erwähnt.

Mantraheilen kann für sich alleine angewendet werden oder es kann mit jeder der vier oben genannten Behandlungsarten kombiniert werden, um deren Wirkung zu erhöhen.

Wenn Mantras in Verbindung mit einer Diät gebraucht werden, wird das Essen für therapeutische Zwecke energetisiert oder Giftstoffe in der Nahrung neutralisiert. Mantras können im Haus verwendet werden, um einen angenehmeren Lebensraum zu schaffen, oder am Arbeitsplatz, um die Kommunikation und Produktivität zu erhöhen. Geschriebene Mantras können als Amulett getragen werden, um vor Unfällen und Verletzungen zu schützen und Provokationen durch geistige Wesen abzuwehren. Mantras können mit Kräuterarzneien kombiniert werden, um deren Wirkung zu erhöhen. Es ist so, dass während der Herstellung der tibetischen Arzneien viele Heilmantras rezitiert werden, um damit diese komplexen Rezepturen von Kräutern und Mineralien mit der Energie des Klanges aufzu-
laden und dadurch ihre Heilkraft zu optimieren. Mantras können außerdem zusammen mit Traditionellen Tibetischen Äußeren Therapien, wie z.B. Ku Nye, Akupunktur, Moxibustion, Schröpfen und Auflegen von heißen Steinen und Kräuter-
kompressen angewendet werden.

                                                    

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
TTM - Ausbildungstermine

                                                                               Nach oben